Samstag, 28. April 2012

Spekulationsgeschäft "Pflege" ?
























Auf der einen Seite Menschen, die kaum mehr wissen, wie es am nächsten Tag weitergehen soll, auf der andern Seite werden Geschäfte gemacht ! Es geht immer übler zu in diesem Land und die Schere zwischen arm und reich wird immer mehr aufgemacht. Hier ganz anschaulich veröffentlicht.


Freitag, 27. April 2012

Brief an die FES

Sehr geehrte Damen und Herren,

Monate ist es her, seit wir Sie angeschrieben haben, bzw. Sie uns. Die letzte Mail von uns war angefüllt mit Unsäglichkeiten, die zwischenzeitlich Behinderte und in unserem Fall Schwerstbehinderte umgeben.

Sie hatten darauf hingewiesen, daß sie im Bereich Behinderten quasi etwas getan haben, veröffentlicht haben.  Unsere Frage hierzu war: Was bewirkt das Alles angesichts der von uns beschriebenen Umstände ? Von dem Wenigen bleibt uns immer Weniger, weil salamitaktisch immer mehr Kosten entstehen, gerade im Gesundheitsbereich. Nur als Beispiel sei hier die Zusatzzahlungen an die Krankenklassen zu nennen. Behinderte können nicht einfach die Krankenkasse wechseln. Warum das so ist können wir Ihnen anhand eines ausgearbeiteten Arbeitspapieres erklären. Aber wir fürchten, es kümmert sich Niemand in diesem Land !  Nun haben aber die Krankenkassen Milliardenüberschüsse "!erwirtschaftet" ( was nichts Anderes heisst wie z.B. von Behinderten abgezockt. Ich habe reihenweise Politiker angeschrieben und darum gebeten, daß man wenigstens den Schwerstbehinderten die Beiträge zurückzahlen solle. Keine Reaktion.

Wir wissen, daß wir bei vielen Behörden auch zwischenzeitlich in Ungnade gefallen sind. Da sind doch tatsächlich Leute, die sich nicht einfach "zufrieden" geben, die Klappe halten ! Man muss sich das Alles aber auch einmal genau durchdenken. Innerhalb weniger Tage hat man einstmal den Hoteliers geholfen. Schwerstbehinderte hat man innerhalb Jahren regelrecht abgezockt. Warum ich das an Sie schreibe ? Weil Sie und quasi jeder Bürger dieses Landes für solche Auswüchse verantwortlich ist. Denn auch das Nichtstun führt zu solchen E$rgebnissen, wobei ich der FES nicht unterstellen will, daß sie "nichts" tun würde. Aber ist es nicht zu wenig ?

Ich jedenfalls, als Pfleger einer Schwerstbehinderten habe seit über 12 Jahren nichts Anderes gesehen wie Schwierigkeiten und Kummer und Sorgen. Jeden Tag damit bemüht, eine Schwerstbehinderte durchzubringen. Dafür will ich keinen Orden oder Schmalz-Worte, die uns öfter einmal zukommen. Wir wollen endlich einen Stop des eingeschlagenen Kurses. Das wäre das Mindeste !!!!

Mit freundlichen Grüßen


Hilfe für Querschnittsgelähmte

Lothar Schwarz ° Ettenheimerstr.9 ° D-77975 Ringsheim

Debatte im Bundestag

Unter

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/093/1709393.pdf

können Sie einen Antrag der "Linken" einsehen, die versucht haben, eine Verbesserung für Pflegende Angehörige oder der ganzen Pflege zu erreichen. Wir könnte es anders sein: Die Bundesregierung lehnt dies ab:

Das Protokoll der Bundestags-Sitzung zu dem Thema können Sie unter

http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/vorlaeufig/17175.html

einsehen.

Es bleibt wohl Alles beim Alten. Wo für Hoteliers über Nacht ein Milliardengeschenk gemacht wurde, hat man für Pflegende Angehörige und deren zu Pflegende wenig übrig.

Mittwoch, 25. April 2012

Anschreiben an BMAS wg. Fernbleiben von Fakt Sendung


Brief an Frau Michalk MdB

Frau Michalk war auch in der Fakt - Sendung vom 23.03.2012 ( siehe Bericht zuvor ) Frau Maria Michalk ist bei der CDU und ich kann nicht erkennen, dass das was sie tut irgendetwas mit "christlich" zu tun hat. Sie erinnert ausgerechnet uns an die "Grenzen der Belastbarkeit des Gemeinwesens". Wir sollten solchen Leuten auch einmal zu verstehen geben, daß die Belastbarkeit unseres Lügendedektors für Politiker auch schon am Anschlag ist. Jedenfalls hier das Schreiben an sie:




Dienstag, 24. April 2012

"FAKT" Sendung MDR am 23.04.2012

 Unser Schreiben an die Redaktion:


Sehr geehrte Damen und Herren,

seitenweise müssten wir nun darüber berichten, was sich bei uns zugetragen hat.

Kurz: Es geht um eine Schwerstbehinderte, die nach einem Unfall 1999 auch in Hartz IV gekommen war.

2001 gab es einen Bescheid der Behörden, daß kein Hartz IV gezahlt wird, weil eine Unfallversicherung einen Betrag ausbezahlt hat ( der nicht ausreichte, um ein behindertengerechtes Umfeld zu schaffen ). Wir nennen hier nur die Schlagworte: Inklusion, barrierefrei, Integration ! Was aber in Wirklichkeit getan wird in den Einzelfällen ist der Versuch sogar Schwerstbehinderte abzuzocken. Der Bescheid war im Übrigen rechtswidrig, was wir durch Gerichtsurteile bescheinigt bekommen haben. Das Verfahren war aber nerven und zeitaufwendig und zeigt, wie man in diesem Land mit den Ärmsten der Armen umgeht und auch nicht vor Schwerstbehinderten zurückschreckt.

Sie nannten 50 000 Jobcenter Mitarbeiter. Wenn jeder dieser Leute 2 500 Euro pro Monat verdient wären das alleine 125 000 000 Euro pro Monat. Der ganze bürokratische Apparat ist es zwischenzeitlich doch, der auch einmal ins Visier der Journalisten fallen sollte. Erinnert sei an die gute Idee eines Grundeinkommens. Für Behinderte jedenfalls sollte dies längst eingeführt sein. Die im Übrigen in allen Lebensbereichen Mehrausgaben zu bewältigen haben  !

Seit 1999 pflege ich ( Schwarz ) als sog. Pflegender Angehöriger. Was das bedeutet sollte man sich dann in journalistischen Kreisen auch noch einmal ansehen. Das bedeutet: ( in unserem „Fall“ ): Pflege jeden Tag etwa 10 – 12 Std ( offiziell und vom MDK „bescheinigt“ = 6 Std. 47 min ). Dafür bekomme ich kein Geld. Das bekommt die Behinderte übers Pflegegeld. Umgerechnet nicht einmal 1,90 in der Stunde ( was wird die Friseuse in Mek-Vorpommern immer genannt mit ihrem auch wenigen Lohn ! Bei Pflegenden Angehörigen wird einfach weggesehen ) an 7 Tagen die Woche ohne Sonn u. Feiertag, ohne Urlaub ( den man sich zwar nehmen kann, der aber teuer bezahlt werden muss, weil der Ersatz für die Pflegenden Angehörigen dann durchaus einen Lohn von 10 ,00 verlangen können und auch bekommen. Also müssen wir das Geld in einen Topf werfen. Und das sieht dann so aus, daß wir zusammen über ca. 900 Euro im Monat verfügen. Und das mit einer Schwerstbehinderten im Haushalt. Hier schaut die ganze Nation zu, wie eine himmelschreiende Ungerechtigkeit stattfindet, denn  nur in unserem Fall ist das so !

Das Alles aber müssen wir ertragen, während an anderen Stellen Milliarden ausgegeben werden für Luxus, Unsinnigkeiten, Unnötigkeiten etc. Das ganze System wäre zu überprüfen ! An der Gesundheitsreform sieht man mehr als deutlich, wie hier rumgeeiert wird, ohne dass sich etwas bewegt. Aber auch hier wieder: Pharmaindustrie u.a. verdienen sich dumm und dämlich, während Schwerstbehinderte immer mehr in die Armut abdriften.

Es wäre sehr nett, wenn Sie sich dem Thema annehmen könnten !

Mit freundlichen Grüßen

Pflegender Angehöriger |  Lothar Schwarz ° Ettenheimerstr.9 ° D-77975 Ringsheim | wp - Mitglied | pid - Mitglied





Geld reicht nicht aus zum Leben

In einem Spiegel Artikel wird aufgeführt, daß viele Geringverdiener zu den Aufstockern zählen. Die Zahl 75 000 wird genannt, die wir definitiv aus der Luft gegriffen bezeichnen möchten. Pflegende Angehörige kommen in dieser Rechnung scheinbar gar nicht vor. Wie sich das Ganze bei uns verhält wurde von uns an anderer Stelle schon aufgezeigt. Mehrfach haben wir uns an verschiedenen Stellen darüber beschwert, daß Pflegende Angehörige quasi mit dem Hartz IV - Status leben müssen. Was dies bedeutet, alleine den Status zu haben, wurde auch mehrfach erläutert. Nun ist es aber an der Zeit, daß sich hier Grundlegendes ändert !

Link zum Spiegel:  http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,829370,00.html

Montag, 23. April 2012

Professionalität der Pflegenden Angehörigen

Immer wieder wird dartauf abgehoben, wir Pflegende Angehörige wären ja keine "ausgebildeten" Kräfte. Damit wird u.A. auch der Bezug des Pflegegeldes begründet. Es ist eine der Hauptaufgaben von uns, diese Behauptung zu widerlegen. Hier eine ältere Mail ( in dieser Angelegenheit wurde aber viel mehr unternommen durch uns ). Die Mail ging an die AOK.

Von: Lothar Schwarz [info@lothar-schwarz.de]
Gesendet: Montag, 23. Mai 2011 10:08
An: 'info@bw.aok.de'
Betreff: Kostenlose Pflegeberatung für die häusliche Pflege

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Mittelbadischen Presse vom 12.05.2011 war zu lesen, daß Sie darauf aufmerksam machen, daß in der häuslichen Pflege professionelle Pflegekräfte berantend aufgesucht werden können.

Ich pflege seit beinahe 12 Jahren eine Schwerstbehinderte ( Querschnittslähmung, höhergehend ).  Es wird katheterisiert und auch gelagert etc. – Pflegeleistungen, die man als pflegender Angehöriger sehr wohl lernen muß. Nach 12 Jahren brauche ich da auch keine „professionelle Hilfe“, sondern es ist nicht wenig vorgekommen, daß die „Professionellem“ mich geholt haben, wenn z.B. beim Katheteriesieren „nichts“ passierte etc. !  Die immer wieder auch von Krankenkassen geäusserte Meinung, pflegende Angehörige wären nicht im Stande, auch komplizierte Arbeitsgriffe zu lernen also quasi unprofessionell zu sein führt bis heute dazu, daß in der Pflegekassen die Unterschiede zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen gemacht werden. Das ist unhaltbar ! Wobei dies ja nur ein Teilaspekt dieser Ungerechtigkeit darstellt. Würde n wir alle Arbeiten, die ich als pflegender Angehöriger verrichte, von einer „professionellen“ Institution machen lassen würden an die 2 800 Euro nicht ausreichen. Dann wären aber viele Arbeiten, wie z.B. der enorme und wachsende Bürokratismus, noch nicht verrichtet.

Nach 12 Jahren sind pflegende Angehörige sehr wohl „professionell“. Aber ohne Anerkennung. Und Ihr Hinweis auf „Beratungen“ scheint also nur das zu unterstreichen, was eben offiziell gerne so gesehen wird und auch von den Krankenkassen immer wieder vorgebracht wird. Kurios wird es ja dann, wie bei uns geschehen. Da hatte man die Idee unserer Krankenkasse vor ein paar Jahren, ich solle die Katheterisierungen doch selbst machen !  Auf Anfrage wurde mitgeteilt, daß man sich das aber unentgeltlich vorstellt !!!!  Vielleicht zeigt sich hier das Verhältnis zu pflegenden Angehörigen von Seiten der Krankenkassen: Man glaubt, die seinen bescheuert. Sind sie nicht ! Das kann ich Ihnen versichern !

Mit – entsprechend – freundlichen Grüßen

Lothar Schwarz