Dienstag, 5. Januar 2016

Geflüchtete vers. Pflegende Angehörige u.A. ?

Brief/Mitteilung an Presse, Sozialverbände etc.:

Sehr geehrte Damen und Herren

Den Geflüchteten muß geholfen werden, das steht ausser Frage. Aber in einem ungerechten Staat geschieht etwas, was durchaus sozialen Sprengstoff beinhaltet. Dann, wenn Menschengruppen gegeneinander ausgespielt werden !

Ich persönlich pflege eine Schwerstbehinderte seit über 16 Jahren. Was dies in diesem Land bedeutet haben wir ( Pflegende Angehörige ) und auch ich recht laut ausgesagt. Geschehen ist nichts. Das neue PSG2 wird selbst von Grünen z.B. hochgelobt. Auch einige Sozialverbände sind recht zufrieden. Was aber geschieht bei Langzeitpflegen ? Langzeitpflegende driften immer mehr in die Armut. Warum - ist eigentlich sehr einfach und wurde mehrfach aufgezeigt. Aber das soll an dieser Stelle nicht Thema sein.

Es wurde berichtet, dass für die Geflüchteten 2015 21 Millrd. € ausgegeben werden. Andere Quellen schreiben von 30 Mllrd. Aber nun haben wir errechnet, was für jeden Geflüchteten pro Monat ausgegeben wird. Das können auch Sie nachrechnen. Es sind bei 21,1 Mllrd. € für jeden Geflüchteten pro Monat 1758,33 €. Als Pflegender Angehöriger erhalte ich für sehr viel Arbeit ( ca. 14-16 Std täglich auch an Sonn u. Feiertagen abzüglich zu zahlenden Kosten für eine kombinierte Leistung eines Pflegedienstes ( wer nicht weiss was das ist, soll sich bitte erkundigen ) ca. 520 € im Monat !!!

Ist das gerecht ?  Das die Frage an die, die angeschrieben werden ! Und werden hier nicht Menschen gegeneinander ausgespielt ? Trotz Beteuerungen, dass dies nicht geschieht ?

Ich hoffe, dass nun niemand auf den Gedanken kommt, hier schriebe jemand von Pegida oder Ähnlichem !!!  Meine politische Überzeugung liegt auf dem linken Fleck des Spektrums, das so eindeutig ja nicht mehr ist. Georg Schramm sagte einmal: Es geht längst nicht mehr um rechts und links. Es geht um oben und unten.

Wenn Anfragen von uns Pflegenden Angehörigen an die Politik gehen, werden wir nicht selten abgespeist mit Worten wie: Pflege eines Angehörigen, das sei nun mal Privatsache…..oder so ähnlich, entsprechende Schreiben liegen hier vor !

Wir kennen viele Behinderte z.B., die momentan in einer schlimmen politischen Zwickmühle sind. Einige, die die Ziele der Pegida, AfD u.A. gar nicht mehr so übel finden. Weil es ihnen ähnlich geht, wie im o.g. Beispiel. Was Rechtsradikale mit behinderten Menschen, armen Menschen etc. schon angestellt haben – in jüngster Zeit – aber in längst vergessen oder besser überwunden geglaubten Zeiten getan haben, das brauche ich hier nicht darzustellen ! Das ist gemeint mit sozialem Sprengstoff. Vielfach ist es Orientierungslosigkeit, ja auch Naivität. Aber es zeugt vom Druck, was auf Behinderten z.B. lastet, die oft nicht wissen, wie sie die nächste Heizungsrechnung bezahlen sollen ! Und viele sind der Meinung und hier sollten Sie ganz genau lesen, dass in diesem Land den Reichen wieder nichts genommen wird, sondern wieder bei ihnen gekürzt, gestrichen, weggenommen wird !  Und ? Die Zeichen sind doch jetzt schon da !!!  

Wir jedenfalls sind der Meinung: Das Alles kann nicht gut gehen !  Das ist auch als Appell an jene gedacht, die jegliche Kritik an der Flüchtlingspolitik mit rechtem Gedankengut in Verbindung bringen. Wir schreiben eindeutig: Den Geflüchteten muß geholfen werden ! Aber einem Pflegenden Angehörigen stehen die o.g. 1 758,33 € auch zu !!!!!


Mit freundlichen Grüßen

Pflegende Angehörige ° wp - Mitglied ° PID - Mitglied

Dienstag, 29. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015


Für viele Pflegende Angehörige gab es 2015 wieder sehr viel schlechtest bezahlte Arbeit, Frust und einen Bürokratismus, der zwischenzeitlich unerträglich geworden ist. Erinnerung:

Auch viele PA ( Pflegende Angehörige ) waren gezwungen, sich mit den Krankenkassen zu streiten wegen Inkontinenzhilfen, die nicht mehr geliefert wurden oder schlechte Qualität hinnehmen sollten für ihre Pflegebedürftigen. Ein weiteres Atmutszeugnis der Politik auch, denn sie wissen seit geraumer Zeit, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Dieser Streit wird auch 2016 nicht aufhören. Wir haben in 2015 mehrfach darüber berichtet und waren auch mit dem BMG, dem Patientenbeauftragten uvm. in Kontakt.

Das Pflegestärkungsgesetz 2 kurz PSG2 wurde groß angekündigt, groß aufgemacht und noch größer verkündet. Worte wie : Jahrhudertwerk,  eine "Revolution", "Segen für die Betroffenen" geisterten durch den Wortschatz und die Gazetten der Republik. Unglaublich ! Sehr viele PA und ihre Pflegebedürftigen erhalten nicht einen Cent mehr. Einige bekommen das erste Mal übverhaupt etwas. Das ist gut und recht so. Was aber geschieht bei Langzeitpflegenden z.B., oder bei PA, die selbst krank geworden sind - die Pflege aber nicht unterbrechen können, weil das Geld für eine Auszeit einfach auch fehlt. Die Antwort: Null !  "Theoretisch" werden "Möglichkeiten" geschaffen. In der Praxis sieht es dann vollkommen anders aus. Jedenfalls bei sehr vielen Pflegenden Angehörigen, die wir gesprochen haben ! Auch das wird uns Alle 2016 beschäftigen ! Eine wahre Reform jedenfalls hat auch das PSG2 nicht gebracht. Anstattdessen großartiges Verkünden von etwas, was Viele weiterhin in der Armut beläßt und bei Vielen die Armut noch vergrößert !

Weitere Punkte folgen.....

Montag, 23. November 2015

Stillstand ?

Das Blog hat lange nichts veröffentlicht. Das bedeutet aber längst nicht, dass nichts geschieht. Was sich im Hintergrund abspielt ist ( neben der schweren Pflege ) eine Aktivität in verschiedenen Sparten. Das ist auch notwendig, da die Pflege Angehöriger weitreichender ist, wie sich das Viele  vorstellen können. So sind wir derzeit dabei eine Petition einzureichen, die Behinderte, die Podologie ( Fußpflege - Heilkunde ) benötigen mit anderen Pflegebedürftigen gleichgestellt werden. Dass dies nicht der Fall ist, ist einmal mehr ein Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip. Diese Gleichbehandlung ist es auch, was wir BürgerInnen immer mehr einfordern sollten ! Aus den unterschiedlichsten Gründen.

Freitag, 15. Mai 2015

Langzeit Pflegende

Ein besonderes Problem stellt sich dar, wenn man über lange Zeit Pflegende(r) Angehörige(r) ist ( Langzeit Pflegende(r) ). Es gibt keine Institution in Deutschland, die sich um diese Problematik kümmert. Wir wollen versuchen auf diesen Seiten, einen Anfang zu machen !!  Armut durch Pflege heißt eine Initiative bei "wir pflegen". Was aber geschieht, wenn Angehörige ihre Lieben über Jahre, ja Jahrzehnte pflegen ?  Das bedeutet in manchen Fällen: Immer mehr abrutschen in die Armut ! Da gibt es Fallbeispiele. Aber die Dunkelziffern sind auch hier enorm. Vieles wird in den Familien selbst "geregelt".  Das war in der Vergangenheit mehr der Fall. Aber in der heutigen Zeit wird das mehr und mehr auch publik und das ist gut so. Wenn Sie von solch einem Fall wissen oder selbst Langzeit-Pflegender sind dürfen Sie sich gerne bei uns melden !

Langzeit-Pflege ist eine besondere Herausforderung und Problematik !

"Mindestlohn"


"Nette Sprüche" und Realität


Sonntag, 26. April 2015

Armutsdebatte - Aussage der Arbeits u. Sozialministerin Nahles

Pflegende Angehörige sind zunehmend auch von Armut bedroht bzw. sind arm und werden auch im Alter arm sein. Darüber wurde an dieser Stelle, wie auch an anderen Stellen mehrfach aufmerksam gemacht. Viele Menschen haben selbst dazu ihre Meinungen geäussert. Viele sagen das Gleiche oder Ähnliches aus: Die Pflege eines Angehörigen macht arm. "Armut durch Pflege" heisst eine Initiative, deren Forderungen und Ziele wir vollkommen unterstützen.

Was aber nun seit einiger Zeit im politischen Raum geschieht, das ist ungeheuerlich. Da will eine Frau Nahles, ihres Zeichens Arbeits u. Sozialministerin, den Begriff "Armut" neu definieren, denn :







Das ist ein starkes Stück !  Eine "Sozial"-Demokratin will und auch das sagt sie aus, einfach den Armutsbegriff neu definieren, damit die Debatte anders geführt wird. Das ist ein unglaublicher Vorgang, worauf es ( Gott sei Dank ) viele Reaktionen gab. Natürlich auch zustimmende und man ahnt schon, aus welcher Ecke die Zustimmungen kommen. Aber auch sehr gute Kommentare wie z.B. dem Journalisten und Rechtsgelehrten Heribert Prantl:

 


Es ist eine Schande, wenn von einer Sozialministerin solche Töne kommen, zeigt aber sehr deutlich, wie man auch zukünftig scheinbar gedenkt auch mit Pflegenden Angehörigen umzugehen. Deren Probleme werden einfach wegdebattiert.

Das können wir nicht zulassen. Es bleibt zu hoffen, dass es viele Pflegende Angehörige gibt, die protestieren !




Sonntag, 19. April 2015

Immer weiter....

Es gibt kaum Neuigkeiten. Die Situation bei den Pflegenden Angehörigen ist unverändert schlecht. Jüngste ( angebliche ) Verbesserungen waren ein Tropfen auf den heissen Stein und brachten nur wenigen Pflegenden Angehörigen ein bischen Hilfe. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf scheint wichtig für so manche PolitikerInnen zu sein. Eine Nachfrage, warum die Probleme der Langzeit-Pflegenden nicht endlich angegangen werden blieb unbeantwortet. Versendet wurde die Anfrage an Ministerien und Einzel-PolitikerInnen.