Donnerstag, 19. Mai 2016

Seit Jahren, Jahrzehnten bei der häuslichen Pflege Stillstand


Die Pflege von Angehörigen soll mehr gewürdigt werden. Das sagt die Bundeskanzlerin Merkel am 26.06.2014 im Bundestag. Sagts und verabschiedet sich dann, um den Milliardären im Land noch mehr Möglichkeiten zu bieten. So jedenfalls unser Eindruck.

So kann das nun nicht weiter gehen. Mit immer neuen "Pflegestärkungsgesetzen" will man scheinbar die Wahrnehmung erwecken: Wir tun was. Wer sich das "Werk" betrachtet muß feststellen: Da wird kaum etwas getan !

Pflege Zuhause, das wird auch heute noch als etwas "Privates" dargestellt, als etwas, was die Menschen quasi selbst zu tragen hätten. Der Staat "hilft" dabei. Mehr könne man nicht tun. Das ist Denken von vorgestern, Denken in Kategorien aus längst vergangener Zeit ! In einer Solidargesellschaft wird den BürgerInnen abverlangt, Banken zu retten ( die hinterher wieder betrügen und belügen ). Pflege zuhause ist privat ? Es ist auch "privat" wenn Milliardäre sich die Taschen vollstopfen ?  Da muß man sich die Frage stellen: Woher kommt denn das Geld und wer läßt es zu, dass Milliarden verdient werden ! Im Fall von LuxLeaks ( Link ) und anderen Skandalen wird klar: Die Politik hilft Jenen, die schon reich und mächtig sind sogar mit unrechtmäßigen Mitteln ! Die Pflegenden Angehörigen sollten also diesen Aussagen aus der Politik, Pflege Zuhause wäre "privat"  sehr kritisch gegenüber stehen.

Vor Zeiten gab es einmal die Forderung von den PA ( Pflegenden Angehörigen ), dass man das Pflegegeld an die Pflegesachleistung angleichen sollte. Man nannte den Gleichbehandlungsgrundsatz als Basis für diese Forderung. Wie hoffentlich Alle wissen, wurde diese Forderung durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes verworfen. Mit denkwürdigen Argumenten.































Wieso aber nehmen die Interessensvertreter der PA dieses Urteil so hin ? Es beruht auf einer Einzelfall-Entscheidung und - wie uns scheint - ist auch schlecht vorbereitet vor dem Gericht vorgetragen worden. Das Urteil wurde dann von der Bundesregierung und verschiedenen Stellen als Argumentationshilfe benutzt um immer wieder auszudrücken: Die Pflegenden Angehörigen bekommen eben nicht mehr finanzielle Unterstützung ! Wo sind im Übrigen die Rechtsgelehrten in diesem Fall, die dieses Urteil auch einmal auseinander pflücken? Im Übrigen sind wir der Auffassung: Ein Einzelfall darf nicht auf eine große Gruppe von Menschen einfach übertragen werden ! Weiteres folgt...

Dienstag, 5. Januar 2016

Geflüchtete vers. Pflegende Angehörige u.A. ?

Brief/Mitteilung an Presse, Sozialverbände etc.:

Sehr geehrte Damen und Herren

Den Geflüchteten muß geholfen werden, das steht ausser Frage. Aber in einem ungerechten Staat geschieht etwas, was durchaus sozialen Sprengstoff beinhaltet. Dann, wenn Menschengruppen gegeneinander ausgespielt werden !

Ich persönlich pflege eine Schwerstbehinderte seit über 16 Jahren. Was dies in diesem Land bedeutet haben wir ( Pflegende Angehörige ) und auch ich recht laut ausgesagt. Geschehen ist nichts. Das neue PSG2 wird selbst von Grünen z.B. hochgelobt. Auch einige Sozialverbände sind recht zufrieden. Was aber geschieht bei Langzeitpflegen ? Langzeitpflegende driften immer mehr in die Armut. Warum - ist eigentlich sehr einfach und wurde mehrfach aufgezeigt. Aber das soll an dieser Stelle nicht Thema sein.

Es wurde berichtet, dass für die Geflüchteten 2015 21 Millrd. € ausgegeben werden. Andere Quellen schreiben von 30 Mllrd. Aber nun haben wir errechnet, was für jeden Geflüchteten pro Monat ausgegeben wird. Das können auch Sie nachrechnen. Es sind bei 21,1 Mllrd. € für jeden Geflüchteten pro Monat 1758,33 €. Als Pflegender Angehöriger erhalte ich für sehr viel Arbeit ( ca. 14-16 Std täglich auch an Sonn u. Feiertagen abzüglich zu zahlenden Kosten für eine kombinierte Leistung eines Pflegedienstes ( wer nicht weiss was das ist, soll sich bitte erkundigen ) ca. 520 € im Monat !!!

Ist das gerecht ?  Das die Frage an die, die angeschrieben werden ! Und werden hier nicht Menschen gegeneinander ausgespielt ? Trotz Beteuerungen, dass dies nicht geschieht ?

Ich hoffe, dass nun niemand auf den Gedanken kommt, hier schriebe jemand von Pegida oder Ähnlichem !!!  Meine politische Überzeugung liegt auf dem linken Fleck des Spektrums, das so eindeutig ja nicht mehr ist. Georg Schramm sagte einmal: Es geht längst nicht mehr um rechts und links. Es geht um oben und unten.

Wenn Anfragen von uns Pflegenden Angehörigen an die Politik gehen, werden wir nicht selten abgespeist mit Worten wie: Pflege eines Angehörigen, das sei nun mal Privatsache…..oder so ähnlich, entsprechende Schreiben liegen hier vor !

Wir kennen viele Behinderte z.B., die momentan in einer schlimmen politischen Zwickmühle sind. Einige, die die Ziele der Pegida, AfD u.A. gar nicht mehr so übel finden. Weil es ihnen ähnlich geht, wie im o.g. Beispiel. Was Rechtsradikale mit behinderten Menschen, armen Menschen etc. schon angestellt haben – in jüngster Zeit – aber in längst vergessen oder besser überwunden geglaubten Zeiten getan haben, das brauche ich hier nicht darzustellen ! Das ist gemeint mit sozialem Sprengstoff. Vielfach ist es Orientierungslosigkeit, ja auch Naivität. Aber es zeugt vom Druck, was auf Behinderten z.B. lastet, die oft nicht wissen, wie sie die nächste Heizungsrechnung bezahlen sollen ! Und viele sind der Meinung und hier sollten Sie ganz genau lesen, dass in diesem Land den Reichen wieder nichts genommen wird, sondern wieder bei ihnen gekürzt, gestrichen, weggenommen wird !  Und ? Die Zeichen sind doch jetzt schon da !!!  

Wir jedenfalls sind der Meinung: Das Alles kann nicht gut gehen !  Das ist auch als Appell an jene gedacht, die jegliche Kritik an der Flüchtlingspolitik mit rechtem Gedankengut in Verbindung bringen. Wir schreiben eindeutig: Den Geflüchteten muß geholfen werden ! Aber einem Pflegenden Angehörigen stehen die o.g. 1 758,33 € auch zu !!!!!


Mit freundlichen Grüßen

Pflegende Angehörige ° wp - Mitglied ° PID - Mitglied

Dienstag, 29. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015


Für viele Pflegende Angehörige gab es 2015 wieder sehr viel schlechtest bezahlte Arbeit, Frust und einen Bürokratismus, der zwischenzeitlich unerträglich geworden ist. Erinnerung:

Auch viele PA ( Pflegende Angehörige ) waren gezwungen, sich mit den Krankenkassen zu streiten wegen Inkontinenzhilfen, die nicht mehr geliefert wurden oder schlechte Qualität hinnehmen sollten für ihre Pflegebedürftigen. Ein weiteres Atmutszeugnis der Politik auch, denn sie wissen seit geraumer Zeit, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Dieser Streit wird auch 2016 nicht aufhören. Wir haben in 2015 mehrfach darüber berichtet und waren auch mit dem BMG, dem Patientenbeauftragten uvm. in Kontakt.

Das Pflegestärkungsgesetz 2 kurz PSG2 wurde groß angekündigt, groß aufgemacht und noch größer verkündet. Worte wie : Jahrhudertwerk,  eine "Revolution", "Segen für die Betroffenen" geisterten durch den Wortschatz und die Gazetten der Republik. Unglaublich ! Sehr viele PA und ihre Pflegebedürftigen erhalten nicht einen Cent mehr. Einige bekommen das erste Mal übverhaupt etwas. Das ist gut und recht so. Was aber geschieht bei Langzeitpflegenden z.B., oder bei PA, die selbst krank geworden sind - die Pflege aber nicht unterbrechen können, weil das Geld für eine Auszeit einfach auch fehlt. Die Antwort: Null !  "Theoretisch" werden "Möglichkeiten" geschaffen. In der Praxis sieht es dann vollkommen anders aus. Jedenfalls bei sehr vielen Pflegenden Angehörigen, die wir gesprochen haben ! Auch das wird uns Alle 2016 beschäftigen ! Eine wahre Reform jedenfalls hat auch das PSG2 nicht gebracht. Anstattdessen großartiges Verkünden von etwas, was Viele weiterhin in der Armut beläßt und bei Vielen die Armut noch vergrößert !

Weitere Punkte folgen.....

Montag, 23. November 2015

Stillstand ?

Das Blog hat lange nichts veröffentlicht. Das bedeutet aber längst nicht, dass nichts geschieht. Was sich im Hintergrund abspielt ist ( neben der schweren Pflege ) eine Aktivität in verschiedenen Sparten. Das ist auch notwendig, da die Pflege Angehöriger weitreichender ist, wie sich das Viele  vorstellen können. So sind wir derzeit dabei eine Petition einzureichen, die Behinderte, die Podologie ( Fußpflege - Heilkunde ) benötigen mit anderen Pflegebedürftigen gleichgestellt werden. Dass dies nicht der Fall ist, ist einmal mehr ein Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip. Diese Gleichbehandlung ist es auch, was wir BürgerInnen immer mehr einfordern sollten ! Aus den unterschiedlichsten Gründen.

Freitag, 15. Mai 2015

Langzeit Pflegende

Ein besonderes Problem stellt sich dar, wenn man über lange Zeit Pflegende(r) Angehörige(r) ist ( Langzeit Pflegende(r) ). Es gibt keine Institution in Deutschland, die sich um diese Problematik kümmert. Wir wollen versuchen auf diesen Seiten, einen Anfang zu machen !!  Armut durch Pflege heißt eine Initiative bei "wir pflegen". Was aber geschieht, wenn Angehörige ihre Lieben über Jahre, ja Jahrzehnte pflegen ?  Das bedeutet in manchen Fällen: Immer mehr abrutschen in die Armut ! Da gibt es Fallbeispiele. Aber die Dunkelziffern sind auch hier enorm. Vieles wird in den Familien selbst "geregelt".  Das war in der Vergangenheit mehr der Fall. Aber in der heutigen Zeit wird das mehr und mehr auch publik und das ist gut so. Wenn Sie von solch einem Fall wissen oder selbst Langzeit-Pflegender sind dürfen Sie sich gerne bei uns melden !

Langzeit-Pflege ist eine besondere Herausforderung und Problematik !

"Mindestlohn"


"Nette Sprüche" und Realität